$0 Lower Saxony School Meeting Prep Checklist

Berufsbildungswerk Niedersachsen: Ausbildungswege für Jugendliche mit Behinderung

Die Schulpflicht endet – und was dann? Für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist der Übergang in Ausbildung und Arbeit häufig der anspruchsvollste Übergang überhaupt. Weder das Schulsystem noch der freie Arbeitsmarkt greifen automatisch. Hier kommen die Berufsbildungswerke (BBW) ins Spiel: spezialisierte Ausbildungseinrichtungen, die jungen Menschen mit Behinderung den Weg in den Beruf ebnen.

Was ist ein Berufsbildungswerk?

Ein Berufsbildungswerk ist eine besondere Berufsschule in Verbindung mit einem Ausbildungs- und Wohnortangebot – speziell für junge Menschen, die auf dem allgemeinen Ausbildungsmarkt keine angemessene Chance haben. BBWs bieten:

  • Berufsausbildungen im dualen System – in angepasstem Rahmen mit kleineren Gruppen, Begleitpersonal und individuellen Förderplänen
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) – für Jugendliche, die noch nicht ausbildungsreif sind
  • Berufsausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) – wenn ein betrieblicher Ausbildungsplatz nicht möglich ist
  • Begleitende Wohnangebote – viele BBWs haben internatsähnliche Strukturen für Jugendliche, die von weiter weg anreisen
  • Sozialpädagogische Begleitung – psychologische, therapeutische und soziale Unterstützung während der Ausbildung

BBWs sind keine Sackgassen. Sie führen in vielen Fällen zu vollwertigen Berufsabschlüssen – und bilden Jugendliche in Berufen aus, die am allgemeinen Arbeitsmarkt nachgefragt werden.

Wer hat Zugang zu einem BBW in Niedersachsen?

Die Aufnahme in ein BBW ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

  1. Vorliegender Rehabilitationsbedarf: Die Bundesagentur für Arbeit muss den Jugendlichen als Reha-Bewerber anerkennen – das heißt, es muss eine Behinderung oder Einschränkung vorliegen, die eine gewöhnliche Berufsausbildung wesentlich erschwert.

  2. Alter: In der Regel 16 bis 25 Jahre (bei BvB auch jünger möglich)

  3. Abschluss der Schulpflicht: Ein Schulabschluss ist nicht zwingend erforderlich – BBWs nehmen auch Jugendliche mit Förderschulabschluss auf

  4. Geeignetes Berufsprofil: Das BBW muss einen Ausbildungsberuf anbieten, der zur Eignung und zum Förderprofil des Jugendlichen passt

Der Antrag läuft über die Bundesagentur für Arbeit (Berufsberatung für Reha und Schwerbehinderung). Eltern sollten diesen Kontakt rechtzeitig vor dem Ende der Schulzeit herstellen – am besten ab Klasse 9 oder früher.

BBW-Standorte in Niedersachsen

DIAKOVERE Annastift Berufsbildungswerk Hannover

Das Annastift ist eines der größten BBWs in Deutschland und der bekannteste Standort in Niedersachsen. Es liegt in Hannover und bietet Ausbildungen in über 30 Berufen an, unter anderem in:

  • Technischen Berufen (Elektroanlagen, Metallbearbeitung, IT)
  • Gesundheits- und Dienstleistungsberufen
  • Kaufmännischen Berufen
  • Medien und Gestaltung

Das Annastift hat Schwerpunkte bei körperlichen, motorischen und orthopädischen Beeinträchtigungen sowie bei Lernbehinderungen. Es ist Teil des DIAKOVERE-Verbunds.

BBW Bugenhagen Hambühren

Spezialisiert auf Jugendliche mit Lernbehinderungen und psychiatrischen Erkrankungen, mit Schwerpunkt auf handwerklichen und gärtnerischen Berufen. Standort im Landkreis Celle.

Weitere Einrichtungen

In Niedersachsen gibt es zusätzlich zu den großen BBWs verschiedene spezialisierte Bildungseinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) und Träger der beruflichen Rehabilitation, die je nach Region und Profil des Jugendlichen relevant sein können.

Free Download

Get the Lower Saxony School Meeting Prep Checklist

Everything in this article as a printable checklist — plus action plans and reference guides you can start using today.

Der Weg zum BBW: Schritt für Schritt

Schritt 1: Reha-Status bei der Bundesagentur beantragen Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit ist der erste Ansprechpartner. Ein Antrag auf Anerkennung als Rehabilitand muss gestellt werden. Dazu brauchen Sie:

  • Ärztliche Unterlagen und Diagnosen
  • Schulberichte und den Förderplan
  • Empfehlung der Schule (häufig initiiert durch die Lehrkräfte oder den Schulsozialdienst)

Schritt 2: Eignungstest und Beratungsgespräch Nach Anerkennung des Reha-Status führt die Bundesagentur diagnostische Verfahren durch – Eignungseinschätzung, Interessenprofile, Gespräche – um geeignete Berufsfelder und passende BBWs zu identifizieren.

Schritt 3: BBW-Aufnahme und Platzierung Das BBW prüft eigenständig, ob es einen geeigneten Ausbildungsplatz und die notwendigen Förderangebote hat. Bei Eignung erfolgt die Aufnahme.

Schritt 4: Finanzierung klären Die Kosten der BBW-Ausbildung werden von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Wohnkosten und Lebensunterhalt sind in der Regel ebenfalls abgedeckt. Es gibt keine direkten Kosten für Familien.

Alternativen zum BBW

Nicht für jeden Jugendlichen ist ein BBW der richtige Weg. Alternativen sind:

  • Ausbildung im dualen System mit Nachteilsausgleich – wenn das Profil es zulässt, können Jugendliche mit Behinderung eine reguläre Ausbildung absolvieren, mit angepasster Prüfungszeit, begleitender Unterstützung etc.
  • Berufsschule für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf – in Niedersachsen gibt es berufsbildende Förderschulen, die Übergänge organisieren
  • Tagesförderung und Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) – für Jugendliche, bei denen eine reguläre Ausbildung auch im BBW nicht erreichbar ist

Was bedeutet das für die Schulzeit?

Die BBW-Perspektive ist kein Thema, das erst in der letzten Klasse aufkommt. Eltern, deren Kinder im Förderschwerpunkt Lernen oder Geistige Entwicklung unterrichtet werden, sollten spätestens ab Klasse 8 mit der Schule und der Bundesagentur über Übergangswege sprechen.

Das niedersächsische Bildungsportal und die Schulen verweisen in diesem Zusammenhang auf Berufswegekonferenzen – Besprechungen zwischen Schule, Eltern, Bundesagentur und ggf. dem Jugend- oder Sozialamt, um den Übergang frühzeitig zu koordinieren.

Den vollständigen Überblick über das niedersächsische System – von der Schulbegleitung über das Feststellungsverfahren bis zu den Übergangswegen nach der Schulzeit – bietet der Lower Saxony Special Education & Inclusion Blueprint.

Zusammenfassung

  • BBWs bieten spezialisierte Berufsausbildung für Jugendliche mit Behinderung – vollwertige Abschlüsse sind möglich
  • Zugang über die Bundesagentur für Arbeit (Reha-Status) – frühzeitig ab Klasse 8/9 vorbereiten
  • Wichtigste Standorte in Niedersachsen: Annastift Hannover und BBW Bugenhagen
  • Kosten werden von der Bundesagentur getragen
  • BBW ist eine Option neben regulärer Ausbildung, Berufsschule und WfbM – die Eignung entscheidet

Get Your Free Lower Saxony School Meeting Prep Checklist

Download the Lower Saxony School Meeting Prep Checklist — a printable guide with checklists, scripts, and action plans you can start using today.

Learn More →